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Vor der Einführung:

1. Welche Zielgruppe soll mit Integreat erreicht werden?

Integreat lässt sich vielfältig einsetzen. Ursprünglich für Geflüchtete zur Erstorientierung entwickelt, bietet die flexible Informationsplattform eine große Vielfalt an Möglichkeiten und wird bereits für verschiedene Anwendungsszenarien eingesetzt. Ob MigrantInnen oder alle BürgerInnen – Integreat lässt sich an viele Bedürfnisse anpassen. Um sich im Dschungel der verschiedenen Zielgruppen jedoch nicht zu verlieren ist es besonders wichtig, noch vor dem Start der Integreat-App eine möglichst genaue Beschreibung der konkreten Zielgruppe vorzunehmen. Welchen Herausforderungen begegnet die Zielgruppe in Ihrer Kommune oder Ihrem Landkreis? Welche Bedürfnisse hat sie? Gibt es möglicherweise mehr als eine Zielgruppe? Wie kann auf unterschiedliche Interessen eingegangen werden? Nicht nur für die Ausgestaltung der Inhalte müssen entsprechende Überlegungen angestellt werden. Wie werden Nutzer der Integreat-App aufgenommen, wenn sie den Informationen in der App Folge leisten und vor Ort mit Beratungsstellen, Ehrenamtlichen oder auch Sportvereinen in Kontakt treten? Wie werden diese auf die Menschen vorbereitet? Die Brücke zwischen digital und analog so einfach wie möglich zu gestaltet ist ausschlaggebend für die Förderung der Integration und muss daher von Anfang an mitgedacht werden.

2. Welche Ziele sollen durch Integreat erreicht werden?

Der Einsatz von Integreat ist mit der Absicht verbunden die Zielgruppe zu informieren und somit die Integration vor Ort zu erleichtern. Integration beinhaltet verschiedene Aspekte, die wir für Integreat mit den vier Säulen der Integration – Sprache, Wohnen, Arbeit und Teilhabe – definiert haben. Durch strukturierte und umfassende Informationen zu den verschiedenen Bereichen kann zum übergeordneten Wirkungsziel – die gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten in allen Lebensbereichen zu ermöglichen – beigetragen werden. Die genaue Ausgestaltung der Ziele, die mit dem Einsatz von Integreat in einer Kommune oder einem Landkreis verfolgt werden, kann sich jedoch unterscheiden. Daher ist es besonders wichtig, sich vor dem Start von Integreat bewusst zu werden, welche Erwartungen die involvierten Akteure an das Projekt haben und welche Wirkung sie sich vor Ort erhoffen. Durch die Sammlung dieser Vorstellungen kann eine klare Zielformulierung entstehen, die im Verlauf den Maßstab zur Wirkungsmessung darstellt. Wie soll sich der Einsatz von Integreat auf die aktuelle Situation auswirken bzw. diese ändern? Wo soll der Fokus in der inhaltlichen Gestaltung von Integreat liegen?

Im laufenden Betrieb:

1. Wirkungsmessung

Wenn die Integreat-App bereits seit einiger Zeit im Betrieb ist, werden verschiedene Fragen interessant. Wie wird das Angebot von der Zielgruppe angenommen? Hat sich durch Integreat die Situation vor Ort verbessert? Spüren die verschiedenen Integrationsakteure einen Unterschied seit die Integreat-App eingeführt wurde? Die Beantwortung derartiger Fragen kann dazu dienen Integreat zu verbessern oder auch die eingesetzten Ressourcen zur Pflege der App zu legitimieren. Wichtige Ansprechpartner zur Wirkungsmessung sind zum einen Angehörige der Zielgruppe, wie sie vor dem Start von Integreat formuliert wurde, sowie die verschiedenen involvierten Akteure, die sich im Integrationsumfeld bewegen. Um sicherzustellen, dass Integreat tatsächliche Auswirkungen auf die Zielgruppe zeigt und zu den lokalspezifisch formulierten Zielsetzungen beiträgt, können gemeinsam mit diesen Gruppen die Entwicklungen besprochen werden.

a. Die Nutzer der Integreat-App

Aus Rücksicht auf den Datenschutz unserer Nutzer werden auf technischer Seite verhältnismäßig wenige Daten zur Verwendung von Integreat gespeichert. Erfasst werden Downloads und aktive Installationen in den Appstore-Statistiken, sowie die API-Zugriffe nach Sprachen. Obwohl diese Zahlen einen Eindruck über die Annahme durch die Zielgruppe verleihen können, sind sie doch eher wenig aussagekräftig. Um die Wahrnehmung des Angebots durch die Zielgruppe einschätzen zu können ist ein qualitativer Ansatz wesentlich gewinnbringender. Ein Stimmungsbild der Zielgruppe kann beispielsweise im Rahmen eines Workshops oder in einer gezielten Befragung eingeholt werden. Weitere Möglichkeiten sind die Nachfrage im persönlichen Gespräch (z.B. der Beratung) oder auch die Beauftragung einer Hochschule o.ä.

b. Multiplikatoren und Integrationsakteure

Die Zielgruppe direkt zu befragen kann aufgrund sprachlicher Barrieren oder anderweitiger Kommunikationsprobleme sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig sein. Um diese Problematik zu umgehen, kann die Wirkung auch anhand von Rückmeldungen aus der Gruppe in Erfahrung gebracht werden, die im direkten Kontakt zu den Nutzern der App steht. Berater, aber auch ehrenamtliche Helfer nehmen Veränderungen im Bereich der Integrationsarbeit aus erster Hand wahr. Manche von ihnen waren möglicherweise schon vor der Einführung von Integreat in die Ausarbeitung der Ziele und die inhaltliche Entwicklung involviert und können somit direktes Feedback zu Fortschritten und Verbesserungspotentialen geben. Dieses lokale Netzwerk zur Wirkungsmessung zu nutzen kann wichtige Einblicke bieten und gleichzeitig wird die Zusammenarbeit aller Akteure gestärkt.

wirkungauftrag.txt · Zuletzt geändert: 2018/07/04 09:22 von clara